Am 29. November 2026 findet eine Abstimmung über die Volksinitiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» statt, die eine Beibehaltung der gemeinsamen Veranlagung bei der direkten Bundessteuer mit einem Ausgleichsmechanismus fordert.
Die Initiative verlangt, dass die Einkommen von Ehepaaren bei der direkten Bundessteuer weiterhin gemeinsam bestreicht werden, das Gesetz jedoch eine Benachteiligung von Verheiratet gegenüber anderen Steuerpflichtigen verbietet.
Im Gegensatz zur Individualbesteuerung bleiben Ehepaare bei der direkten Bundessteuer gemeinsam veranlagt und füllen eine gemeinsame Steuererklärung aus.
Ein neuer Verfassungsartikel soll sicherstellen, dass Ehepaare steuerlich nicht schlechter gestellt werden als unverheiratete Paare in einer vergleichbaren wirtschaftlichen Lage (Abschaffung der sogenannten Heiratsstrafe).
Es geht am 29. November über einen alternativen Weg zur Abschaffung der Heiratsstrafe, obwohl sie sich erst vor wenigen Monaten für die Individualbesteuerung ausgesprochen haben.
Das im Frühjahr 2026 angenommene Individualbesteuerungsgesetz schafft die Ungleichheiten nicht aus der Welt. Ehepaare mit traditioneller Rollenverteilung, also wenn nur eine Person erwerbstätig ist, erfahren durch die Individualbesteuerung eine Mehrbelastung. Alleinverdiener Ehen bei Individualbesteuerung im Nachteil
Argumente für ein JA:
Für die Befürworter ist die Initiative die gerechteste Lösung, um die Heiratsstrafe abzuschaffen. Sie kritisieren, dass die Individualbesteuerung Familien benachteilige, in denen ein Elternteil den Grossteil des Einkommens erwirtschaftet, während der andere wenig oder gar nichts verdient.
Das Ja-Lager betont zudem, dass die Initiative keinen grundlegenden Umbau des Steuersystems erfordere, da sie auf der bestehenden gemeinsamen Besteuerung aufbaue.
Damit lasse sich der zusätzliche Verwaltungsaufwand vermeiden, den die Individualbesteuerung mit sich bringe. Laut Schätzungen des Bundes führt diese nämlich zu rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen.
Argumente für ein NEIN:
Für die Gegner ist das Ziel, die Heiratsstrafe abzuschaffen, mit der Annahme der Individualbesteuerung im vergangenen März bereits erreicht. Sie fordern deshalb, diesen Volksentscheid zu respektieren.
Da die Initiative der Mitte nur die direkte Bundessteuer betrifft, könnten zwei unterschiedliche Systeme nebeneinander bestehen.